Nach Brand in Königs Wusterhausen: Familie in Wohnwagen soll Strom gekappt werden

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Marita Langenhan weiß nicht mehr weiter. „Die wollen uns heute abkappen. Und wir sitzen dann hier ohne Strom.“ Gemeint ist der Energieversorger Eon, der angekündigt hat, an diesem Freitag (25.9.) den Strom abzustellen. Die 71-Jährige sitzt in ihrem Wohnwagen am Waldrand in Niederlehme, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen, und ist verzweifelt. Sie soll für das vergangene Jahr eine Stromrechnung über 16.265 Euro und 28 Cent bezahlen.
Auf dem Grundstück neben der Kleingartenanlage „Waldhöhe“, knapp anderthalb Kilometer von der Berliner Stadtgrenze entfernt, wohnt sie mit ihrer sechsköpfigen Familie in vier Wohnwagen. Aber nicht als freiwillige Dauercamper, sondern weil ihnen vor mehr als zwei Jahren, am Nachmittag des 16. Februar 2024, ihr Haus vollständig abgebrannt ist.
Auf dem gleichen Grundstück versuchen Marita Langenhan, ihre Tochter Doreen, ihr Schwiegersohn Mark und die drei Enkelkinder Dustin, Sarah und Anna-Lysa seitdem, ihren Alltag zu bestreiten. Nun steht der dritte Winter in den behälfsmäßigen Unterkünften vor der Tür und in der Familie geht die Angst um, dass ihnen im Herbst der Strom abgeschaltet wird. Bei jedem Auto, das an diesem Vormittag am Grundstück vorbeifährt, schreckt die Familie auf und läuft zum Gartentor, um zu sehen, ob es die gefürchteten Techniker sind, die zum Stromkasten wollen.
In besagtem Stromkasten befindet sich ein Stromzähler. Der gleiche, der auch bis zum Frühjahr 2024 im mittlerweile abgebrannten Haus eingebaut war – und das sieht man ihm auch an. Die Zahl auf dem Zähler ist kaum lesbar, die Scheibe halb mit Ruß verdeckt. Dieser Zähler hat laut Rechnung im Zeitraum vom 16. Januar 2025 bis zum 22. Januar 2026 einen Stromverbrauch von 37.795 Kilowattstunden aufgezeichnet, was zur gewaltigen Rechnungssumme von 16.265 Euro geführt hat.
Die Familie kann sich die Kosten nicht erklären. „Wir heizen die Wohnwagen nicht mit Strom, sondern mit Gasheizungen und Propangasflaschen. Die holen wir von der Tankstelle“, erklärt Marita Langenhan. Die größten potenziellen Stromverbraucher seien zwei Kühlschränke und eine Eistruhe in den vier Wohnwagen auf dem Gelände. Für einen enormen Stromverbrauch von 37.795 Kilowattstunden müsste man rein rechnerisch aber etwa 300 mittelgroße Kühlschränke für ein ganzes Jahr laufen lassen.
Bemerkenswert ist, dass die Familie im Jahr zuvor mit einem Stromverbrauch von 2.713 Kilowattstunden nur einen Bruchteil verbraucht hatte. Ein Wert, der laut Stromverbrauchsrechner auf der Website von Eon zu einem Sechs-Personen-Haushalt passt.



