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Ferhat Gündogdu: Türkischer Schiedsrichter-Chef festgenommen

Ferhat Gündogdu: Türkischer Schiedsrichter-Chef festgenommen

Im türkischen Fußball gibt es den nächsten großen Schiedsrichter-Skandal: Wie Justizminister Akin Gürlek mitteilte, sind der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission, dessen Stellvertreter sowie fünf weitere Personen am Dienstag in Gewahrsam genommen worden. Es gehe um »Vorwürfe der Einmischung in die Erstellung der Schiedsrichterranglisten, in die Einsätze, die Bewertungs- und Ernennungsverfahren sowie die Regelprüfungen«, schrieb Gürlek auf X.

Im Rahmen der Razzien in vier Provinzen seien Schiri-Chef Ferhat Gündogdu sowie sechs weitere Verdächtige festgenommen worden. »Es wurden gerichtliche Durchsuchungen in ihren Wohnungen, an ihren Arbeitsstätten und in ihren Büros durchgeführt«, erklärte der Justizminister und versprach, sich für einen »sauberen Fußball« einzusetzen, damit das Vertrauen in den türkischen Fußball zurückkehren könne.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, waren zuvor Ermittlungen wegen des Verdachts von »Misshandlung«, »Urkundenfälschung«, »Vertrauensmissbrauch« und »rechtswidriger Erlangung personenbezogener Daten« eingeleitet worden. Zuständig ist die Abteilung für illegale Wetten und Sportkriminalität der Staatsanwaltschaft Istanbul.

In einer Mitteilung auf seiner Website, in der die Festnahmen nicht direkt erwähnt werden, versicherte der türkische Fußballverband TFF, mit den Ministerien für Justiz, Inneres und Sport zu kooperieren. Der Verband sagte, er habe seit April 2025 mehrere Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Istanbul erstattet. Alle von den Ermittlern angeforderten Dokumente seien übergeben worden.

Ob der neue Fall mit dem im vergangenen Jahr publik gewordenen Skandal zusammenhängt, blieb zunächst offen. Im Oktober 2025 hatte der Disziplinarausschuss des türkischen Fußballverbands 149 Schiedsrichter suspendiert, denen vorgeworfen wurde, auf Spiele gewettet zu haben. Die Sperren reichten von acht bis zwölf Monaten. Auf mögliche Verbindungen zu diesem Fall gingen weder Gürlek noch türkische Medien ein.

Eine Untersuchung des Verbandes, die sich auf 571 Schiedsrichter der türkischen Profiligen bezog, hatte ergeben, dass 371 von ihnen Sportwettenkonten besaßen und 152 aktiv Wetten abschlossen. 22 der beschuldigten Schiedsrichter – sieben Hauptschiedsrichter und 15 Schiedsrichterassistenten – waren laut Verband in der ersten Liga tätig.

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