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Unruhen an Frankreichs Schulen weiten sich aus Größerer Brand an Schule – 625 Festnahmen und Hunderte Verletzte

Unruhen an Frankreichs Schulen weiten sich aus Größerer Brand an Schule – 625 Festnahmen und Hunderte Verletzte

Die teils gewalttätigen Schülerproteste in Frankreich weiten sich aus: In Nantes kam es am Donnerstag zu einem größeren Brand in einer Schule, in Marseille wurden mehrere Busse in Brand gesetzt. Aus dem Pariser Vorort Saint-Denis wurden erneut gewaltsame Auseinandersetzungen gemeldet, bei denen Schüler Feuerwerkskörper zündeten und die Polizei Tränengas einsetzte. Vor Schulen in Lille, Brest und Straßburg wurden Mülleimer in Brand gesetzt.

Landesweit wurden nach Angaben einer Studierendengewerkschaft am Donnerstag auch rund zwei Dutzend Universitäten blockiert.

Premierminister Sébastien Lecornu berief für den Nachmittag eine Krisensitzung ein. „Wir erleben einen erheblichen Anstieg der Gewalt, Angriffe auf Einsatzkräfte, Sachbeschädigungen und Angriffe auf Einrichtungen“, sagte Innenminister Laurent Nuñez.

Auslöser der in der vergangenen Woche begonnenen Proteste waren Forderungen, zahlreiche Missstände an den weiterführenden Schulen Frankreichs zu beenden. Dazu zählen baufällige Schulgebäude, Lehrermangel, fehlende Materialien und zu lange Schultage. Zudem brechen sich ein allgemeiner Unmut und eine Politikverdrossenheit Bahn.

Am Mittwoch waren 356 Schulen von den Protesten betroffen, 625 Menschen wurden festgenommen, 83 Polizisten und Gendarmen verletzt. Seit Beginn der Proteste wurden nach Angaben des Bildungsministeriums bislang 119 Schülerinnen, Schüler, Lehr- und Aufsichtskräfte verletzt.

Unter den Verletzten seien ein Lehrer, der im Norden des Landes geschlagen worden sei, sowie ein Schulleiter, der im Département Hauts-de-Seine durch einen Feuerwerkskörper verletzt worden sei, erklärte Bildungsminister Édouard Geffray im Onlinedienst X. Ein weiterer Schulleiter sei im Département Essonne mit dem Tod bedroht worden. „Diese Gewalt ist unsäglich“, schrieb der Minister.

Das Demonstrationsrecht sei eine grundlegende Freiheit, dürfe aber nicht als Rechtfertigung für solche Taten dienen, erklärte Geffray weiter. „Wer sie legitimiert oder in diesem Zusammenhang zur Ausweitung der Blockaden aufruft, bringt unsere Schüler ebenso wie die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Gefahr. Das ist unverantwortlich.“

Etwa 45 Schulen wurden blockiert; an 46 weiteren gab es Blockadeversuche. Die Bewegung war vor einigen Tagen im Großraum Paris entstanden und hatte sich auf andere Landesteile ausgebreitet.

Die Region Île-de-France schätzte die Schäden auf etwa 200.000 Euro. In Lyon wurden Polizisten mit Wurfgeschossen und Feuerwerkskörpern beworfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Schülerinnen und Schüler protestieren unter anderem wegen fehlender Mittel und gegen häufige Unterrichtsausfälle.

Auch Studierende mehrerer Universitäten beteiligten sich an den Protesten, etwa in Paris, Toulouse und Nizza. Die linkspopulistische Partei La France Insoumise unterstützt die Proteste.

Schülergewerkschaften hatten zu einem Aktionstag am Dienstag aufgerufen, weil davon unabhängig bereits Protestaktionen im öffentlichen Dienst gegen zu niedrige Gehälter geplant waren. Landesweit waren etwa 170 Demonstrationen angemeldet.

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