Kirwa in Brand wegen schwerem Unfall abgebrochen

Ein heftiger Unfall auf der Kirwa im Marktredwitzer Ortsteil Brand hat am heutigen Sonntag dazu geführt, dass das Fest abgebrochen wurde: Ein 41-jähriger Mann und sein zehnjähriger Sohn wurden schwer verletzt. Zwei Rettungshubschrauber flogen beide in Kliniken.
Gegen 16.30 Uhr gingen bei der Integrierten Leitstelle und der Polizei gleich mehrere Notrufe ein. Auf dem Festgelände in der Schloßstraße hat es in einer Grillhütte eine Verpuffung an einem Holzkohlegrill gegeben, so die Polizei.
Vater und Sohn waren als Besucher auf der Kirwa. Sie standen zum Zeitpunkt der Verpuffung vor der Grillhütte. Beide erlitten schwere Verletzungen. Rettungskräfte und Notärzte versorgten sie zunächst vor Ort, danach brachten zwei Rettungshubschrauber die beiden in Kliniken.
Ein offenes Feuer brach nicht aus. Im Einvernehmen mit dem Veranstalter wurde die Kirwa nach dem Vorfall beendet.
Die Kriminalpolizei Hof war noch am Nachmittag vor Ort und hat die Ermittlungen übernommen. Die Beamten stellten die Grillhütte für weitere Untersuchungen sicher. Wie es zu der Verpuffung kam, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen – Angaben zur Ursache macht die Polizei bislang nicht.
Die Kirwa in Brand ist für viele im Ort ein Höhepunkt des Jahres. Gefeiert wurde in diesem Jahr vom 25. bis 27. September im Schlosshof, ausgerichtet vom Burschenverein Brand – mit Bierpongturnier zum Auftakt, Essen vom Grill und dem traditionellen Kirwatanz am Samstag. Am letzten Festtag endete das Wochenende nun mit einem Großeinsatz.
Erst vor rund einem Monat wurden in Weidenberg im Landkreis Bayreuth zwei Männer schwer verletzt, als es bei einem Brand mit einem Benzinkanister zu Verpuffungen kam. Auch damals flogen Rettungshubschrauber die Verletzten in Spezialkliniken, wie das berichtete.
Glimpflicher ging es zum Jahreswechsel in Ebensfeld im Landkreis Lichtenfels aus: Dort verpuffte ein Heizgerät mit Propangasflasche in einer Hütte, verletzt wurde niemand, wie das berichtete.
Was genau in Brand passiert ist, klären jetzt die Ermittler. Unabhängig davon warnen Feuerwehren seit Jahren vor typischen Gefahren am Holzkohlegrill. Die häufigste Ursache für schwere Grillunfälle sind demnach flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin.
Der Mechanismus: Wenn diese Flüssigkeiten verdunsten, bildet sich eine unsichtbare, hochentzündliche Gaswolke rund um den Grill. Kommt sie mit Glut oder Flamme in Kontakt, entzündet sie sich schlagartig, erklärt die Feuerwehr Bamberg. Auch Menschen, die nicht direkt am Grill stehen, können so schwer verletzt werden.
Kinder sind besonders gefährdet, weil sie auf Augenhöhe mit dem Grill sind.
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