Stichwahlen in Niedersachsen: Grüner Onay gewinnt in Hannover, SPD verliert Oldenburg

Zwei Wochen nach den Kommunalwahlen in Niedersachsen sind am Sonntag in den Stichwahlen die letzten Entscheidungen um Bürgermeister- und Landratsposten gefallen. In der Landeshauptstadt Hannover setzte sich Amtsinhaber Belit Onay von den Grünen mit 61,5 Prozent gegen seinen Herausforderer und Kämmerer Axel von der Ohe von der SPD durch, der 38,5 Prozent erhielt. Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte Onay mit 45,6 Prozent bereits deutlich vor von der Ohe gelegen, der 21,5 Prozent erhielt. Offen ist, wie die beiden Parteien SPD und Grüne künftig in der Stadt miteinander umgehen, die auf Landesebene koalieren. Auch in der Landeshauptstadt hatten beide Parteien im Rat der Stadt lange kooperiert. Nach der Wahl von Onay im Jahr 2019 zerbrach jedoch das Bündnis im zuvor seit Jahrzehnten SPD-regierten Hannover. Bei der Neuwahl des Rates schnitten die Grünen vor zwei Wochen stärker ab als die SPD. Beide Parteien könnten dort numerisch wieder eine Koalition bilden. Das persönliche Verhältnis zwischen Onay und seinem Herausforderer von der Ohe gilt aber als belastet. Möglich wäre auch eine Zusammenarbeit von Grünen, CDU, FDP und Kleinparteien oder wechselnde Mehrheiten im Rat.
Im Kampf um das Präsidentenamt in der Region Hannover konnte sich die SPD-Kandidatin Eva Bender mit 69,4 Prozent klar gegen den früheren Goslarer Oberbürgermeister Oliver Junk durchsetzen, der 30,6 Prozent erreichte. In der ersten Runde vor zwei Wochen hatte Junk 22 Prozent erhalten, Bender 30,6 Prozent. Die Region Hannover wurde in den vergangenen Jahren von Steffen Krach geführt, der kürzlich für die Berliner SPD als Spitzenkandidat antrat.
In Braunschweig setzte sich Amtsinhaber Thorsten Kornblum (SPD) mit 75,6 Prozent der Stimmen klar gegen den CDU-Kandidaten Maximilian Pohler durch. Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte Kornblum 43,3 Prozent erreicht, Pohler 17,2 Prozent.
In Oldenburg verlor die SPD am Sonntag hingegen das Amt des Oberbürgermeisters. Dort konnte sich der von CDU und Grünen unterstützte Bewerber Jascha Rohr mit 51,6 Prozent knapp gegen den SPD-Landtagsabgeordneten Ulf Prange durchsetzen. Rohr folgt auf den langjährigen Oberbürgermeisters Jürgen Krogmann (SPD), der nicht noch einmal antrat. Im ersten Wahlgang hatte Prange mit 33,2 Prozent noch vor Rohr gelegen, der auf 30,5 Prozent kam.
In Osnabrück setzte sich Amtsinhaberin Katharina Pötter durch. Die CDU-Politikerin erhielt 57 Prozent, der Grüne Landtagsabgeordnete Volker Bajus 43 Prozent. In der ersten Runde hatte Pötter 42,2 Prozent erhalten, Bajus, 22,3 Prozent.




