Berlin-Wahl 2026: Vorläufiges Endergebnis fix – plötzlich muss Linke sich gegen harsche Kritik verteidigen
News-Ticker zu Prognosen und Hochrechnungen der Berlin-Wahl: Die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp liegt deutlich vor der CDU und jubelt.
Berlin – Am Sonntag blickte Deutschland gespannt auf die Hauptstadt. Rund 2,5 Millionen Wahlberechtigte bestimmten über die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses – und damit auch darüber, wer künftig als Regierender Bürgermeister ins Rote Rathaus einzieht. Im vorläufigen Endergebnis zur Berlin-Wahl gewinnt die Linke um Spitzenkandidatin Elif Eralp klar vor der CDU.
Die jüngsten Umfragen zeichnen ein kompliziertes Bild. Linke und CDU liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Platz. Je nach Institut schwanken die Werte zwischen 20 und 22 Prozent für die Linkspartei sowie 19 bis 20 Prozent für die Christdemokraten. Auf Rang 3 positioniert sich die AfD mit stabilen 18 Prozent. Grüne (15 bis 16 Prozent) und SPD (12 Prozent) folgen dahinter. Beide Parteien dürften am Ende über die Regierungsbildung entscheiden – als potenzielle Königsmacher für ein Dreierbündnis.
Eine Regierung aus nur zwei Parteien erscheint nach aktuellem Stand unmöglich. Sämtliche demokratischen Kräfte haben eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. Damit bleiben als realistische Optionen ein schwarz-grün-rotes Bündnis unter CDU-Führung oder eine rot-grün-rote Koalition mit der Linken an der Spitze.
Zeitgleich mit der Abgeordnetenhauswahl werden die Bezirksverordnetenversammlungen neu besetzt. Diese wählen anschließend die Bezirksbürgermeister. Anders als auf Landesebene gilt hier eine Drei-Prozent-Hürde statt der üblichen fünf Prozent. Zudem dürfen neben allen Deutschen ab 16 Jahren auch EU-Bürger ihre Stimme abgeben. Die Prognosen und Hochrechnungen der Berlin-Wahl werden daher mit großem Interesse verfolgt.
Für die CDU tritt Stefan Evers als Spitzenkandidat an. Der bisherige Finanz- und Kultursenator sprang erst zehn Wochen vor dem Wahltermin ein, nachdem der amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner seinen Rückzug erklärt hatte. Wegner war wegen seiner Krisenkommunikation während eines tagelangen Stromausfalls im Januar massiv unter Druck geraten.
Trotz anfänglich geringer Bekanntheitswerte konnte Evers die CDU in Umfragen bei 20 Prozent stabilisieren. Sein Wahlkampf konzentriert sich auf die Themen Sicherheit und Sauberkeit. Gleichzeitig positioniert er sich als Verhinderer einer von der Linken geführten Regierung, die er als „extremistisch“ bezeichnet.
Das Gesicht der Linkspartei ist Spitzenkandidatin Elif Eralp. Ein Wahlsieg würde die türkischstämmige Juristin zur ersten Regierenden Bürgermeisterin der Linken machen – und zur ersten Migrantin an der Spitze Berlins. Auch Eralp wäre auf ein Bündnis mit SPD und Grünen angewiesen. Allerdings weigert sich die SPD bislang, die von Linkspartei und Grünen geforderte Enteignung großer Wohnungsbauunternehmen mitzutragen. Zusätzlich belasten Vorwürfe mutmaßlich antisemitischer Tendenzen in Teilen der Linken die Koalitionsgespräche.




