Powerbank-Explosion: Prominenter Passagier sorgt für Flugabbruch

Eine KLM-Maschine auf dem Weg in die Karibik musste über dem Atlantik umkehren, nachdem eine Powerbank in der Business Class explodiert war. Das Gerät gehörte einem prominenten Passagier, der das Nutzungsverbot der Airline eigentlich hätte kennen müssen. Feuergefahr über dem Atlantik Powerbanks sind praktisch, können aber auch zu einem Sicherheitsrisiko werden. Immer wieder rufen Hersteller wie Anker Modelle wegen Brandgefahr zurück. Daher ist die Nutzung an Bord von Flugzeugen mittlerweile oft komplett verboten. Trotzdem kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. So musste jetzt eine Boeing 777 der niederländischen Fluggesellschaft KLM ihren Flug von Amsterdam nach Curaçao abbrechen, da sich ein ganz besonderer Passagier, der es eigentlich hätte besser wissen müssen, nicht an das Nutzungsverbot hielt. Rund fünfeinhalb Stunden nach dem Start explodierte in der Business Class die Powerbank des Fluggastes und löste ein Feuer aus. Der Kapitän entschied sich aus Sicherheitsgründen für den Abbruch des Fluges und eine sofortige Umkehr zum Flughafen Schiphol. Verursacher des Zwischenfalls war Camiel Eurlings, der ehemalige Geschäftsführer von KLM. Er soll das tragbare Ladegerät während des Fluges aufgeladen haben. Zeugenberichten zufolge schlief der 53-Jährige, als der Lithium-Ionen-Akku mit einem lauten Knall explodierte. Die Kabinenbesatzung reagierte besonnen und konnte die Flammen rasch mit speziellen Brandschutzdecken ersticken. Wie RTL News berichtet, erlitt der ehemalige CEO der Fluggesellschaft bei dem Vorfall leichte Verletzungen. Gefahr durch Thermal Runaway KLM verbietet das Laden von Powerbanks an Bord eigentlich strikt. Passagiere dürfen Akkus mit einer Kapazität von bis zu 100 Wattstunden zwar im Handgepäck mitführen, sie müssen jedoch jederzeit griffbereit bleiben und dürfen nicht in den Gepäckfächern verstaut werden. Die Spuren der Powerbank-Explosion Hintergrund des Verbots ist das Risiko eines sogenannten Thermal Runaway. Bei dem unkontrollierten thermischen Vorgang überhitzt die Batteriezelle rasant, was zu starker Rauchentwicklung und schwer löschbaren Bränden führt. Bereits im August 2025 musste eine KLM-Maschine auf dem Weg nach São Paulo wegen einer brennenden Powerbank im Gepäckfach umkehren. Dass nun ausgerechnet Eurlings die Sicherheitsvorgaben missachtet haben soll, sorgt bei Beobachtern wie Mitreisenden für Unverständnis. Sichere Rückkehr nach Schiphol Das beschädigte Flugzeug landete nach fast elf Stunden Flugzeit wieder sicher in den Niederlanden. Bilder aus der Kabine zeigen deutliche Brandspuren an der Seitenwand und dem Fenster an Eurlings Sitzplatz. Die 322 Passagiere wurden in nahegelegenen Hotels untergebracht und traten ihre Reise am folgenden Tag mit einer Ersatzmaschine an. KLM bestätigte den Vorfall gegenüber der Presse, nannte aus Datenschutzgründen jedoch keine Namen der beteiligten Personen.




