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Drei-Jahres-Hoch: Inflation im Euroraum steigt auf 3,8 Prozent

Die Inflationsrate im Euroraum ist auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen: Im September legten die Verbraucherpreise um 3,8 Prozent zu – nach 3,2 Prozent im August, wie das EU-Statistikamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Grund für die Zunahme sind die hohen Energiepreise der vergangenen Monate.

Der Anstieg kommt überraschend: Volkswirte hatten im Schnitt einen Anstieg der Rate auf 3,7 Prozent erwartet. Die Teuerung steigt damit immer stärker über das von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Ziel von mittelfristig zwei Prozent, bei dem die EZB die Preisstabilität als gewährleistet ansieht.

Die Zahlen zeigen, wie sich die Folgen des Kriegs zwischen den USA und Iran weiter auswirken: Aufgrund der andauernden Behinderung von Öl- und Gastransporten durch die Straße von Hormus steigen die Energiepreise weltweit weiter. Gegenüber dem Vorjahresmonat haben sich die Kosten für Energie um 18,8 Prozent verteuert. Im August hatte die Steigerungsrate bei 14,3 Prozent gelegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ​sich aus Sicht der Finanzmärkte bis zum Jahresende mit einer weiteren Zinserhöhung gegen den Preisauftrieb ⁠in ⁠der Eurozone stemmen. Sie hatte bereits im Juni und September auf den Inflationsschub infolge des anhaltenden Irankriegs reagiert und den Leitzins auf aktuell 2,50 Prozent ‌angehoben. Die EZB rechnet damit, dass die Gesamtinflation noch ​bis in ‌die erste Jahreshälfte 2027 deutlich über dem Zielwert der Notenbank von 2,0 Prozent bleiben wird.

Sie will vermeiden, dass der Ölpreisschock das Preisgefüge nachhaltig verändert: Denn die vom Irankrieg angeheizten hohen Energiekosten für ‌Verbraucher und Unternehmen bergen die Gefahr, dass sich Löhne und Preise gegenseitig hochschaukeln und sich die Inflation so festsetzt.

Auch in Deutschland hat die Inflation angezogen: Im September trieben steigende Preise für Heizen und Tanken die Inflationsrate auf 3,3 Prozent – der höchste Stand seit Ende 2023. Die Bundesregierung entlastet Autofahrer erneut mit einem Tankrabatt, mit dem die Steuern von Oktober bis Jahresende um rund 17 Cent je Liter Sprit sinken.

Allerdings: Der im Frühjahr beschlossene Tankrabatt kam nur zu gut 80 Prozent bei den Verbrauchern an. Jetzt hat die Regierung ihn erneut eingeführt, und auch dieses Mal drohen Hunderte Millionen Euro an Steuergeld zwischen Raffinerie und Zapfsäule zu versickern. Mehr dazu lesen Sie hier.

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