100 Tage nach den Erdbeben in Venezuela: Unterstützung aus Bündnis “Aktion Deutschland Hilft” geht weit über Nothilfe hinaus /

Hundert Tage nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela sind die Folgen im Land weiterhin spürbar. Nach aktuellen Angaben kamen bei der Katastrophe am 24. Juni mehr als 6.500 Menschen ums Leben, rund 17.000 erlitten Verletzungen. Unzählige Gebäude stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Tausende Bewohner:innen mussten ihre Wohnungen verlassen und können vorerst nicht zurückkehren. Zwar sind die Rettungsmaßnahmen weitgehend abgeschlossen, doch für viele Familien beginnt nun die Phase der Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlagen. Bündnisorganisationen von "Aktion Deutschland Hilft" konzentrieren ihre Arbeit auf psychosoziale Unterstützung, die Instandsetzung der Wasser- und Sanitärversorgung sowie den Schutz besonders gefährdeter Menschen.
"Hundert Tage nach den Erdbeben stehen Tausende Menschen noch immer vor den Trümmern ihrer Existenz. Humanitäre Hilfe endet nicht, wenn die Kameras verschwinden. Jetzt geht es darum, Menschen neue Perspektiven zu geben und die Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben zu schaffen", sagt Maria Rüther, Hauptgeschäftsführerin von "Aktion Deutschland Hilft".
Während zerstörte Häuser und beschädigte Infrastruktur unmittelbar sichtbar sind, zeigen sich viele Folgen der Katastrophe erst mit zeitlichem Abstand. Insbesondere Kinder, ältere Menschen und Familien, die Angehörige verloren haben, leiden unter Angstzuständen, Schlafstörungen oder traumatischen Belastungen. Bündnisorganisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), CARE, Handicap International, Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care oder die Johanniter-Unfall-Hilfe bauen deshalb psychosoziale Angebote aus. Geschützte Räume für Kinder ermöglichen Spiel, Lernen und soziale Begegnungen. Gleichzeitig werden lokale Lehr- und Betreuungskräfte im Umgang mit traumatisierten Menschen geschult, Psychologinnen unterstützen Betroffene bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse. So setzen AVESA und CESAP – zwei etablierte lokale Partner der Johanniter – ihre psychosozialen Angebote für die Menschen in den Übergangscamps fort. Zudem sorgen sie auch für die Verfügbarkeit von Trinkwasser und sicheren Hygienebedingungen. Mit diesen Maßnahmen erreichen die Johanniter und ihre Partner rund 3.500 Betroffene.
Auch hundert Tage nach dem Beben ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in zahlreichen Gemeinden eingeschränkt. Beschädigte Leitungen, zerstörte Brunnen und verunreinigte Wasserquellen erhöhen das Risiko von Krankheiten. Organisationen aus dem Bündnis reparieren daher Wassersysteme, installieren Anlagen zur Wasseraufbereitung und unterstützen Gemeinden bei der sicheren Speicherung von Trinkwasser. Bei einem Projekt von LandsAid wird Wasser mit Tankfahrzeugen für etwa 1.800 Menschen im Gebiet Bicentenario im Verwaltungsbezirk Vargas bereitgestellt und durch Chlorierung desinfiziert. Qualität und verfügbare Menge werden regelmäßig kontrolliert. Gleichzeitig werden Hygienemaßnahmen gefördert und Familien mit wichtigen Hygieneartikeln versorgt. Bereits in den ersten Tagen nach den Erdbeben hatten Bündnisorganisationen Maßnahmen zur Wiederaufbereitung von Wasser eingeleitet – diese Instandsetzungsarbeiten müssen fortgeführt werden.



