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Vorbote des „Big One“? 4,2-Erdbeben erschüttert Seattle und die Westküste der USA

Ein Erdbeben der Stärke 4,2 nahe Seattle versetzt die Region in Unruhe. Tausende Menschen spürten die Erschütterungen.

Seattle – Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) registrierte die US-Erdbebenwarte USGS ein Erdbeben der Stärke 4,2 unweit der US-Metropole Seattle. Das Epizentrum lag auf der Kitsap-Halbinsel nahe Port Orchard in rund 28 Kilometern Tiefe. Mehr als 8000 Menschen im Großraum Puget Sound – darunter in Tacoma und der Bundesstaatshauptstadt Olympia – spürten die Erdstöße. Nennenswerte Sachschäden oder Verletzte wurden nach Behördenangaben nicht gemeldet.

Im pazifischen Nordwesten der USA gehören Erschütterungen zum geologischen Alltag. Beben ab einer Magnitude von 4,0 treten im Schnitt alle drei Jahre auf. Die Wahrscheinlichkeit eines spürbaren Nachbebens beziffern Seismologen auf rund 25 Prozent. Das Ereignis erinnert viele Anwohner dennoch an das schwere Nisqually-Beben von 2001 (Stärke 6,8), das erhebliche Schäden im Puget Sound verursachte. Studien zeigen zudem, dass die Spannungen entlang des pazifischen Feuerrings kontinuierlich zunehmen, weshalb Forscher die tektonischen Verschiebungen mit modernen Sensornetzwerken lückenlos überwachen.

Der Erdstoß weckte umgehend Angst vor einem gefürchteten Megabeben „The Big One“. Die nationale Geologie- und Erdbebenwarte USGS identifizierte das Beben als Hauptbeben einer Erdbebensequenz. Bei dem aktuellen Ereignis handelte es sich um ein lokales Krustenbeben im Landesinneren und nicht um einen Riss in der eigentlichen Cascadia-Subduktionszone vor der Küste.

An dieser rund 1.000 Kilometer langen Nahtstelle taucht die Juan-de-Fuca-Platte unter Nordamerika ab. Geologische Bohrungen belegen, dass sich dort im Schnitt alle 400 bis 600 Jahre gigantische Megathrust-Beben der Stärke 9,0 entladen, das letzte im Jahr 1700. Ein neues Beben ist laut einer Studie nur eine Frage der Zeit. Das aktuelle 4,2-Beben ist jedoch kein unmittelbarer Auslöser einer Katastrophe, sondern Ausdruck der natürlichen Plattentektonik, betonen Fachleute.

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