Entmilitarisierte Zone: Nordkorea weist Verantwortung für Explosion in Grenzgebiet zurück

Nordkorea hat die Verantwortung für Explosionen im Grenzgebiet zu Südkorea zurückgewiesen. Die südkoreanische Darstellung, wonach eine nordkoreanische Mine drei Soldaten verletzt habe, sei falsch. Die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, Kim Yo-jong, drohte laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA mit Vergeltung.
In der vergangenen Woche hatte der südkoreanische Generalstab mitgeteilt, dass drei Offiziere in der entmilitarisierten Zone im Grenzgebiet durch eine Explosion verletzt worden seien. Einer der Männer verlor einen Fuß. Der Vorfall habe sich südlich der Demarkationslinie ereignet.
Am Montag hieß es dann aus dem Generalstab, dass man davon ausgehe, dass nordkoreanische Landminen die Explosion ausgelöst hätten. Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin-chul sprach im Parlament in Seoul von einer »klaren Verletzung« des Waffenstillstandsabkommens und kündigte »entsprechende Maßnahmen« an.
Kim Yo-jong stritt nun ab, dass nordkoreanische Soldaten jemals die Grenze zwischen den zwei Staaten überschritten hätten. Zudem warnte sie, dass Nordkorea »unverzüglich und gnadenlos« Vergeltungsschläge durchführen werde, sollte das südkoreanische Militär auf nordkoreanische Soldaten schießen.
Südkorea und Nordkorea befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand, der Koreakrieg endete 1953 nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem offiziellen Friedensvertrag. Beide Länder trennt die etwa vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone. In der Mitte dieses von Minen durchsetzten Streifens verläuft die Demarkationslinie.
Es handelt sich um eine der am stärksten befestigten und verminten Grenzen der Welt. Geschätzt 800.000 Landminen sollen sich dort in der Erde befinden. Nordkorea hat seine Grenzsicherung seit 2024 deutlich verstärkt. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs hat der Nachbar unter anderem Landminen verlegt, Stacheldrahtzäune verstärkt und Panzerabwehrsperren errichtet.



