Seit Jahren in Brandenburg heimisch: Elch Bert ist tot

Deutschlands wohl bekanntester Elch ist tot. Das Tier namens Bert verendete am vergangenen Wochenende infolge schwerer innerer Verletzungen, wie die Hochschule für nachhaltige Entwicklung im brandenburgischen Eberswalde am Donnerstag mitteilte. Die Ursache lasse sich nicht eindeutig feststellen. Bert war einst aus Polen eingewandert und streifte jahrelang durch Brandenburg, wo ihn Forschende über einen GPS-Halsbandsender verfolgten. Der Elch wurde zehn Jahre alt.
»Sein Tod macht uns sehr traurig«, sagt Wildtierexperte Frank-Uwe Michler von der Hochschule.
Zum Zeitpunkt seines Tods hielt sich der Elch, wie bereits in den vergangenen Jahren, während der Brunftzeit auf einer Rinderweide auf. Dort war er den Angaben zufolge in der Vergangenheit in Kontakt mit Rindern gekommen. Gleichzeitig hielt sich in den Tagen vor Berts Tod ein weiterer Elchbulle in seinem Streifgebiet auf. Begegnungen zwischen Elchbullen können während der Brunft zu körperlichen Auseinandersetzungen führen.
Ab Samstagmorgen registrierten die Wissenschaftler keine Ortsveränderungen des Elchs mehr. Tags darauf übermittelte sein GPS-Halsbandsender schließlich ein Signal, das auf seinen Tod hindeutete. Der Elchkadaver wurde daraufhin geborgen und am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht. Auch danach blieben Fragen offen.
Bert wurde 2016 in Nordostpolen geboren. Erstmals in Deutschland nachgewiesen wurde er im Februar 2018 im südlichen Brandenburg. Seitdem wurde er von Experten der Eberswalder Hochschule anhand der gesendeten Daten begleitet. Er war demnach der bislang einzige bekannte Elch, der wieder dauerhaft in einem festen Streifgebiet in Deutschland heimisch war.
Nachdem er in seinen ersten Jahren größere Wanderungen unternommen hatte, fand er 2019 im Naturpark Nuthe-Nieplitz südwestlich von Berlin seine dauerhafte Heimat. Im Laufe der Jahre sei der imposante Elch weit über die Region hinaus bekannt geworden und habe sich zu einem »regelrechten Maskottchen« entwickelt, berichtete die Hochschule.
Die durch Bert gesammelten Daten dokumentieren den Forschern zufolge nahezu lückenlos einen außergewöhnlich langen Abschnitt im Leben eines frei lebenden Elchs und liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wie die größte Hirschart der Welt in der dicht besiedelten Kulturlandschaft Deutschlands lebt. Der Datensatz werde die Forschung noch lange begleiten, so Michler. Mit Bert lebten nach Einschätzung von Wildtierexperten zuletzt fünf wilde Elche in Brandenburg. Nun sind es nur noch vier.




