Angriff bei Flug nach Tel Aviv: Verletzter Flydubai-Pilot schildert Angriff im Cockpit
Nach der Notlandung einer Flydubai-Maschine hat der verletzte Pilot von dem Messerangriff seines Copiloten berichtet. In einem Videogespräch mit Indiens Premierminister Narendra Modi sagte der indische Flugkapitän Smit Machchhar, er habe nach der Attacke im Cockpit auf dem Boden gelegen und um sein Leben gekämpft.
»Ich hatte so viele Wunden. Ich war zu Boden gestürzt«, sagte der Pilot. Er habe jedoch gemerkt, dass das Flugzeug sinkt. Schließlich sei ihm klar geworden, dass die Passagiere ihr Leben verlieren würden, wenn er es nicht schaffen sollte, aufzustehen. Mit einem letzten Stoß habe er die Tür zum Cockpit von innen geöffnet.
Anschließend gelang es Passagieren und Crewmitgliedern, den Copiloten zu überwältigen. Nach Angaben von Flydubai übernahm eine auf dem Flug mitreisende andere Crew das Flugzeug mit 182 Menschen an Bord und brachte es sicher in Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens zur Landung. Die Boeing 737 war auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv. Während des Angriffs sank das Flugzeug in kurzer Zeit um mehrere Kilometer.
In dem Video, das auf Kanälen Modis in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, ist Machchhar mit bandagiertem Kopf und Schläuchen in der Nase zu sehen. Beim Schildern der Geschehnisse im Flugzeug ist der Flugkapitän sichtlich bewegt.
Modi lobte Machchhars Mut; er habe eine große Tragödie verhindert. »Ihre Courage, Ihre Geduld und Ihre schnelle Entscheidungsfähigkeit haben vielen Menschen das Leben gerettet«, sagte der indische Premierminister. Das gesamte Land sei stolz auf ihn. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete den Piloten als »wahren Helden«.
Machchhar wurde bei dem Angriff am Mittwoch schwer verletzt. Beim Öffnen der Cockpit-Tür war er blutüberströmt. Er wird aktuell in einem Krankenhaus in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, behandelt.
Auch der Copilot ist inzwischen an die Emirate überstellt worden, wo wegen einer möglichen Terrortat ermittelt wird. Netanjahu zufolge hat der Angreifer die omanische Staatsbürgerschaft. Zur Motivation gibt es bislang keine offiziellen Ermittlungsergebnisse. Israels Regierung geht von einem islamistischen Tatmotiv aus.
Auch US-Präsident Donald Trump hat sich an Spekulationen über die Hintergründe beteiligt. Nach allem, was er höre, könnte der Iran an dem mutmaßlichen Anschlag beteiligt gewesen sein, behauptete Trump. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, würden der iranischen Führung Konsequenzen drohen. »Sie werden sehr hart getroffen werden, keine Sorge«, sagte Trump vor Journalisten.
Nach dem Vorfall an Bord von Flug FZ 1073 hat Flydubai seine Flüge nach Israel vorerst eingestellt.

