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Nach Kita-Einsturz in Wolfsburg: So soll den Familien nun geholfen werden

Nach Kita-Einsturz in Wolfsburg: So soll den Familien nun geholfen werden

Für 88 Kinder in Wolfsburg ist von einem Moment auf den anderen ein vertrauter Alltagsort weggefallen. Nach dem Einsturz an der Martin-Luther-Kita suchen die Verantwortlichen mit Hochdruck nach einer Lösung.

Bei einem kurzfristig einberufenen Elternabend wurden nun erste konkrete Möglichkeiten vorgestellt. Dabei geht es nicht nur um neue Betreuungsplätze, sondern auch um Fahrtwege, Beiträge und persönliche Gegenstände, die noch in der Kita liegen.

Rund 120 Menschen kamen am Dienstagabend in den Martin-Luther-Saal im Wolfsburger Haus der Kirche. Eingeladen hatte der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen. Viele Eltern wollten wissen, wie es für ihre Kinder jetzt weitergeht.

„Eine solche Situation haben wir noch nie erlebt“, erklärte die pädagogische Geschäftsführerin Stefanie Heidemann-Müller. Das oberste Ziel sei, den 88 betroffenen Kindern und ihren Familien schnellstmöglich wieder eine verlässliche Betreuung anzubieten.

Eine überstürzte Übergangslösung soll es jedoch nicht geben. Diese könnte bereits nach wenigen Tagen wieder hinfällig sein und die Kinder zusätzlich belasten. Das Wohl der Kinder und der Beschäftigten stehe an erster Stelle.

Alle 88 Kinder gemeinsam in einem einzigen Gebäude unterzubringen, ist kurzfristig nicht möglich. Der Kirchenkreis will deshalb mehrere Einrichtungen in Wolfsburg nutzen.

Dabei sollen die bestehenden Gruppen möglichst nicht auseinandergerissen werden. Auch die vertrauten Fachkräfte sollen gemeinsam mit ihren jeweiligen Gruppen an die Ausweichstandorte wechseln. „Wir wollen allerdings so viel Vertrautes wie möglich erhalten“, betonte Heidemann-Müller. Häufige Standortwechsel möchte der Kirchenkreis vermeiden. Diese wären gerade in der aktuellen Situation eine zusätzliche Belastung für die Kinder.

Seit Sonntagmittag hat das Team in den 14 verbliebenen evangelischen Einrichtungen in Wolfsburg nach freien Räumen gesucht. Mehrere mögliche Ausweichstandorte wurden inzwischen gefunden.

Geschlossene Gruppen könnten demnach in die Christus-Kita in der Stadtmitte, die Kita Stephanus I in Detmerode und die St.-Thomas-Kita in der Nordstadt wechseln. Für die Krippengruppe kommt die Kerken-Kita in Ehmen infrage. Eine endgültige Aufteilung steht allerdings noch nicht fest. Eltern können sich auf Wunsch auch dafür entscheiden, ihr Kind auf einen einzelnen freien Betreuungsplatz vermitteln zu lassen.

Dem Kirchenkreis ist bewusst, dass die neuen Standorte für viele Familien zusätzliche Wege bedeuten. Geschwisterkinder sollen deshalb nach Möglichkeit in derselben Einrichtung untergebracht werden.

Auch die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln wurde berücksichtigt. Bis auf die Kerken-Kita in Ehmen seien die möglichen Einrichtungen im Viertelstundentakt mit dem Bus erreichbar. Für die Krippenkinder ist deshalb ein Shuttle-Service nach Ehmen im Gespräch. Gesichert ist dieses Angebot bislang jedoch noch nicht.

Zumindest finanziell sollen die betroffenen Eltern zunächst entlastet werden. Der Kirchenkreis hat die Beitragszahlungen für Oktober gestoppt.

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