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Myanmar: Dutzende Tote bei Luftangriff des Militärs auf Markt

Myanmar: Dutzende Tote bei Luftangriff des Militärs auf Markt

Das Militär in Myanmar hat erneut zivile Ziele ins Visier genommen. Bei einem schweren Luftangriff auf einen Markt und eine Brücke im westlichen Bundesstaat Rakhine sind laut Augenzeugen und lokalen Medien mindestens 49 Menschen getötet worden. Die Zahl der Toten könnte noch steigen. Fast 60 weitere Personen wurden den Angaben zufolge verletzt, viele von ihnen schwer. Der Angriff ereignete sich am Montagmittag (Ortszeit) in der Stadt Kyauktaw.

Ein Kampfflugzeug habe den Bereich um den sogenannten India Market und die nahegelegen Kassapanadi-Brücke attackiert, berichteten der Sender DVB TV und die ethnische Rebellengruppe Arakan Army, die seit Jahren gegen das Militär kämpft. »Der Kampfjet hat insgesamt dreimal Bomben abgeworfen«, sagte der 33-jährige Kyaw Moe, der in der Stadt lebt, der Nachrichtenagentur dpa.

Ein weiterer Zeuge gab an, am Montagnachmittag Dutzende Leichen unter Plastikplanen zwischen Trümmern und Kratern in Kyauktaw gesehen zu haben, während die Feuerwehr noch mit Löscharbeiten beschäftigt gewesen sei. Die myanmarische Armee wollte sich zunächst nicht zu dem Vorfall äußern.

Der Markt gilt als wichtiges Handelszentrum für die Region. Rakhine ist wegen des Bürgerkriegs im Land und der von der Armee verhängten Beschränkungen der Handelswege weitgehend vom übrigen Myanmar abgeschnitten. Die Bevölkerung ist deshalb eigenen Angaben zufolge auf Versorgungswege über die Nachbarländer angewiesen.

Kyauktaw wird von der Arakan Army (AA) kontrolliert, einer bewaffneten ethnischen Organisation, die für eine größere Autonomie Rakhines kämpft. Menschenrechtler werfen den Streitkräften in Myanamr schon lange vor, gezielt Orte anzugreifen, die nicht in direktem Zusammenhang mit militärischen Operationen stehen – darunter Schulen, Krankenhäuser, Märkte und Wohngebiete.

Seit dem Putsch von 2021 befindet sich Myanmar in einer schweren Krise. Die Entmachtung der gewählten Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hatte damals landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt ausgelöst. Seither prägen Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land . Die Kämpfe haben nach Uno-Angaben fast eine halbe Million Menschen zur Flucht gezwungen. Der Konfliktbeobachtungsstelle ACLED zufolge hat der Bürgerkrieg seit dem Militärputsch mehr als 100.000 Menschen das Leben gekostet.

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