Biber, Buche und Brand: Förderkreis des Waldmuseums feiert Jubiläum
Seit 20 Jahren unterstützt der Förderkreis das Waldmuseum in Ebersberg. Zum Jubiläum blickt er zurück auf Ausstellungen, Besucherzahlen und den verheerenden Brand im Winter 2019.
Ebersberg – Seit 20 Jahren steht der Förderkreis dem Museum für Wald und Umwelt in Ebersberg zur Seite. Was im Dezember 2006 mit knapp drei Dutzend Mitgliedern begann, ist inzwischen auf rund 94 Förderer und ein breites Angebot angewachsen: Mehr als 30 Sonderausstellungen wurden seither auf die Beine gestellt, besondere Exponate finanziert und nach dem verheerenden Flammen-Inferno im Museum beim Wiederaufbau geholfen. Zu seinem Jubiläum blickt der Förderkreis jetzt zurück – und zugleich nach vorn.
„Das Hauptziel ist nach wie vor die Unterstützung des Museums“, betont Vorsitzender Rudolf Schierl im Gespräch mit der EZ. Der 73-Jährige bringt schon seit Jahrzehnten seine Ideen mit ein, hilft bei der Umsetzung von Ausstellungen und erlebt, wie sich nicht nur das Museum selbst – unter anderem durch diverse Aus- und Umbauten –, sondern auch die Erwartungen der Besucher verändert haben. „Es braucht mittlerweile ein gewisses Niveau. Die Leute sind nicht mehr zufrieden mit einfachen Plakaten an der Wand“, bekennt er.
Es braucht mittlerweile ein gewisses Niveau. Die Leute sind nicht mehr zufrieden mit einfachen Plakaten an der Wand.
In den vergangenen Jahren haben sich die Ausstellungen deshalb gewandelt, hin zu aufwendigeren, interaktiveren (Familien-) Erlebnissen. Dafür greift der Förderkreis teilweise sogar auf ein professionelles Gestaltungsbüro zurück. Bei der Schau zur Lichtverschmutzung verwandelten etwa Scheinwerfer, variable Schriftgrößen und großflächige Wandabhängungen das Museum in einen Aktiv-Erlebnispark. „Das sind Details, die wir selbst nicht hinbekommen würden“, ergänzt Vize-Vorsitzende Ursula Kunz lächelnd.
Finanziert werden die besonderen Ausstellungen und Projekte dabei aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und den Einnahmen des Museumsshops. Dazu gehört etwa der ausgestopfte Biber, der derzeit in der Moor-Schau zu sehen ist. Oder die „sprechende Buche“, die Wetterdaten direkt aus dem Forst ins Museum übermittelt. „Das war ein nettes Ideengespinst“, resümiert Schierl lachend.
Der Blick in die Vergangenheit zeigt aber auch: Der Schock über jenen Schicksalsabend im Winter 2019 sitzt bei den Förderern noch immer tief. Damals war das hölzerne Gebäude vermutlich durch Brandstiftung in Flammen aufgegangen. Dutzende Feuerwehren kämpften gegen das Feuer, konnten unter anderem wertvolle Ausstellungsstücke retten. „Das war furchtbar. Ich konnte es gar nicht glauben“, erinnert sich Kunz an jene Nacht. Der Förderkreis half damals beim Wiederaufbau. „Wir haben extra gespart“, betont Schierl, der in den Folgejahren vorwiegend in die Museums-Grundausstattung und Sammlung investiert.



