Nach Kita-Einsturz in Wolfsburg: Jetzt gibt es die erlösende Nachricht für 88 Kinder

Nach dem Einsturz der Martin-Luther-Kita in Wolfsburg gibt es eine entscheidende Nachricht für die 88 betroffenen Kinder und ihre Familien: Ein neues Obdach ist gefunden.
Die niedersächsische Landesschulbehörde hat grünes Licht für die Nutzung des ehemaligen Heilpädagogischen Kindergartens in der Goethestraße gegeben. Damit zeichnet sich nach Tagen voller Ungewissheit erstmals eine längerfristige Lösung ab. „Uns allen ist ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen!“, sagt Stefanie Heidemann-Müller, pädagogische Geschäftsführerin der evangelischen 15 Kitas in Wolfsburg.
Das Gebäude in der Goethestraße gehört der Stadt Wolfsburg und darf vom Martin-Luther-Kinder- und Familienzentrum bis auf Weiteres genutzt werden. Besonders wichtig: Anders als bei den zunächst diskutierten Übergangslösungen können dort alle 88 Kinder und das gesamte Team unterkommen.
„Wir sind sehr dankbar, dass wir es bis auf weiteres nutzen dürfen und mit allen 88 Kindern und dem gesamten Martin-Luther-Team dorthin gehen dürfen!“, erklärt Heidemann-Müller in einer Pressemitteilung. Zuvor war noch geplant worden, die Kinder vorübergehend auf mehrere evangelische Einrichtungen in Wolfsburg zu verteilen.
Auch interessant: Explosion in Wolfsburg!
Bis der Umzug komplett geschafft ist, beginnt zunächst eine Notbetreuung. Am Montag (28. September) und Dienstag (29. September) sollen aktuell 17 Kinder betreut werden, da viele Eltern signalisiert hätten, die Zeit vorerst selbst überbrücken zu können. Ab Mittwoch (30. September) läuft die Notbetreuung dann in fünf evangelischen Einrichtungen: der Christus-Kita Stadtmitte, der St. Thomas-Kita Nordstadt, der Kreuz-Kita Mitte-West sowie der Heilig-Geist-Kita und der Paulus-Kita in Mitte-West. Man gehe davon aus in vier Wochen in der Goethestraße den Normalbetrieb wieder aufnehmen zu können.
Bis dahin soll der ehemalige Heilpädagogische Kindergarten von der Stadt so vorbereitet werden, dass die Kinder dort einziehen können. Das nötige Mobiliar stellt die Stadt zur Verfügung, zusätzlich kann der Kirchenkreis Ausstattung aus seinen anderen Einrichtungen beisteuern. Auch personell soll es schnell zurück in Richtung Normalität gehen: Ab Montag können alle 16 Erzieher wieder ihren Dienst aufnehmen, zudem sind die fünf Auszubildenden eingeplant. Für das Team bedeutet das nach den belastenden vergangenen Tagen vor allem eines: Es kann zusammenbleiben.
Auch die Lage des neuen Standorts dürfte vielen Eltern entgegenkommen. Der ehemalige Heilpädagogische Kindergarten liegt fußläufig vom Schachtweg entfernt. Nach einer kurzen Übergangszeit sollen damit zusätzliche Fahrtwege für die Familien entfallen. Gleichzeitig können bestehende Kontakte zu Kooperationspartner im Sozialraum, etwa zur Musikschule, weitergeführt werden.



